Gathering of Artisans Europe 2016 – Bericht einer Teilnehmerin

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie in der Bibel etwas lesen, das Ihnen vorher so noch nie aufgefallen ist? So ging es mir auf dem „
Gathering of Artisans Europe“(Treffen der Künstler/Kunsthandwerker) Ende Juli in Bad Homburg (www.gatheringofartisans.com). Wer durch die Natur läuft, wird immer wieder feststellen, wie phantasievoll und kreativ GOTT bei der Erschaffung der Erde war. Flora und Fauna sind perfekt aufeinander abgestimmt. Es gibt ausgeklügelte Mechanismen zur Bestäubung von Pflanzen und bei den Farben hat ER aus dem Vollen geschöpft. All das hat Gott allein durch sein Wort geschaffen. „Da sprach GOTT:…“ (Genesis 1) Am sechsten Tag der Schöpfung hat er allerdings etwas anders gemacht. In Genesis 2,7 ist dies etwas genauer beschrieben: GOTT nahm Staub von der Erde und formte daraus eine Skulptur, die ihm ähnlich ist. Um diesen Menschen zu einem lebendigen Wesen zu machen, blies ER ihm SEINEN Lebensatem ein. Der Mensch wurde also durch GOTTES Hände geschaffen. GOTT ist ein Künstler. Haben Sie schon mal „Der Schrei“von Edvard Munch im Original gesehen? Als ich dieses Bild vor einigen Jahren im Folkwang Museum in Essenbetrachten konnte hat es mir eine Gänsehaut verursacht. Durch das Gemälde wurde ein Gefühl von Angst und Hilflosigkeit in mir geweckt. Ähnlich geht es mir mit Musik. Bei „Nirwana“ spüre ich einen düsteren, aggressiven Frust, gegen den man nur anschreien kann. Ein guter Sänger, eine gute Sängerin kann mich aber auch zu Tränen rühren und selbst Melodien ohne Text entführen mich in eine andere Welt . Wovon sich die Menschen ansprechen lassen ist sicherlich unterschiedlich, aber ich wage zu behaupten, dass jeder in irgendeiner Form von Kunst angesprochen wird. Malerei, Fotografie, Skulpturen, Musik, Tanz… GOTT hat uns mit fünf Sinnen geschaffen. Wir nehmen unsere Umgebung inder Regel mit den Augen, den Ohren, der Nase, der Zunge und der Haut wahr. Schon im Psalm 34, 9 heißt es: „Schmecket und sehet wie
freundlich der HERR ist.“ Jesus selbst hat uns das Abendmahl als „geschmackliche Erinnerung“gegeben. Die Psalmen sind Gedichte, die zur Ehre GOTTES gesungen wurden und werden. Lieder von Paul Gerhard berühren uns trotz ihres Alters. Moderne Lobpreislieder bereichern unsere Gottesdienste und bringen uns die Eigenschaften GOTTES nahe. Und die übrigen Sinne? Wäre es nicht unglaublich bereichernd, wenn noch vielmehr angesprochen würde? Wenn die Augen nicht nur Texte sehen? Wenn ein tolles Menü zu GOTTES Ehre dient? Wenn Bilder, Skulpturen, Fotos, Tanz und vieles mehr genutzt würde, um die Herrlichkeit GOTTES auszudrücken? Vor einigen Jahren hat der US-amerikanische Künstler Matt Tommey genau diese Vision von Gott bekommen. Er wurde beauftragt die Künstler unter den Christen in aller Welt zu versammeln. Die Profi s ebenso wie die
Anfänger. Sie sollen voneinander lernen, sich weiter entwickeln, sich vernetzten. Weil GOTT selber Künstler ist, möchte ER Künstlerinnen und Künstler benutzen, SICH den Menschen näher zu bringen. In unendlicher Vielfalt, mit der gesamten Farbpalette, allen Tönen, Gerüchen und Geschmäckern.
Auf dem „Gathering of Artisans“ in Bad Homburg konnten wir schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen. Die Jugendherberge in Bad Homburg liegt direkt am Schlosspark in der Nähe der Innenstadt. Hier wurden wir sehr freundlich aufgenommen und bestens versorgt. Die ruhige Umgebung, aber auch der schöne Garten boten viele Möglichkeiten, über das Gehörte nachzudenken und sich mit anderen Künstlerinnen und Künstlern anzufreunden und auszutauschen. Es kamen ca. 120 Kreative aus 10 Ländern und den unterschiedlichsten Kirchen und Gemeinden zusammen. Die internationale Beteiligung machte eine Übersetzungins Englische nötig, was unbeabsichtigt zu „Stand-up-Comedy“ führte, weil sowohl die Moderatorin, als auch der Übersetzer mit beiden Sprachen sehr vertraut waren und munter dazwischen hin- und herwechselten. Namhafte Künstlerinnen und Künstler gaben Workshops in Aquarellmalerei, Collagen (Encaustic und Cold Wax), Fotographie, Tanz, Baumskulpturen aus Draht, Marketing uvm. An den Abenden wurden im Bürgerhaus Kirdorf bunte Gottesdienste gefeiert. Neu war für mich, dass während der Lobpreiszeitgemalt wurde. Von Freitag bis Sonntag war in Kirdorf auch eine öffentliche Ausstellung zum Thema „Transformation“ zu sehen. Aus unserer Gemeinde waren, neben den Organisatoren, leider nur 2 Personen dabei. An einem Abend waren jedoch einige Gäste extra aus Darmstadt angereist. Wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat, der kann sich gerne an Ulrike Sticher wenden. Es gibt eine Vereinigung christlich er Künstler (www.k-im-fluss.eu) mit monatlichen Treffen im Raum Darmstadt (Kunstforelle), die sich zum Ziel gesetzt hat, die Kreativität und Liebe Gottes durch Kunst für die Menschen sichtbar und erlebbar zu machen.
Kirsten Lemke